Druckkostenzuschuss Dissertation Steuer

Re: Druckkostenzuschuss - steuerliche Behandlung

Beitragvon roberto » 21.12.2009, 09:51

@Rosa

Rosa hat geschrieben:Meiner Erfahrung nach ist es schon vielen USt-pflichtigen Selbstständigen gelungen, die 19 Prozent "durchzureichen". Wie das argumentiert/eingetütet werden muss, weiß ich aber nicht.

Wie gesagt, wenn man als Freiberufler USt-pflichtig ist, ist der Vorsteuerabzug grundsätzlich möglich. Eine Argumentation ist unnötig (bis zur nächsten Betriebsprüfung ); der Abzug kann und muss schlicht damit begründet werden, dass die Leistung (Druck) für das Unternehmen ausgeführt wurde. Das widerum kann man bejahen, wenn die Diss dem Einkünfte relevanten Bereich zuzuordnen war. Bei einem Arzt oder Rechtsanwalt (um bei Marks Frage zu bleiben) ist das der Regelfall, da der Titel nachweislich die Erwerbschancen steigert. Problematisch wird es hingegen beim Bäcker, der nebenbei - z.B. um sich intellektuell zu fordern - den Dr. phil. macht...

Rosa hat geschrieben:Oder sehe ich das falsch? Ist ein durch mich akquirierter Zuschuss, der an einen Verlag gezahlt wird, ein "Stipendium" oder ein "Einkommen", das man angeben muss? Da wäre ich von selbst gar nicht drauf gekommen?

Das siehst Du in der Tat falsch. Ob das "Stipendium" oder der "Zuschuss" erst an Dich oder direkt an den Verlag gezahlt wird, spielt keine Rolle. Der Stifter tilgt Deine Schuld beim Verlag (er will ja nicht den Verlag, sondern Dich unterstützen). Es handelt sich also nur um einen abgekürzten Zahlungsweg. Juristisch gesehen sind zwei Leistungen erbracht worden: die Zahlung an Dich und die Zahlung an den Verlag. Die Leistung des Stifters ist somit als Vermögensmehrung bei Dir zu qualifizieren, auch wenn Du das Geld nie auf Deinem Konto hattest. Das bedeutet natürlich auch, dass Du es versteuern musst, wenn es kein steuerfreies Stipendium ist (was allerdings die meisten echten Stipendien von den großen gemeinnützigen Stiftungen sind).

Viele Grüße
Roberto

Promotion und Einkommensteuer

Hier geht es um

Steuerliche Absetzbarkeit der Kosten der Dissertation

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Gleich mehrere Nutzer wiesen darauf hin, dass Aufwendungen für eine Promotion nach einer Entscheidung des BFH ( BFH-Urt. vom 27.05.2003, Az. VI R 33/01) als Werbungskosten und damit in unbegrenzter Höhe abgezogen werden können, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Promotion aus beruflichen Gründen erfolgte.

Das Bundesministerium der Finanzen hat daher in einem Schreiben vom 22.09.2010, Geschäftszeichen IV C 4 - S 2227/07/10002:002 zu Teilziffer 26 verfügt:

Promotion: Es ist regelmäßig davon auszugehen, dass dem Promotionsstudium und der Promotion durch die Hochschule selber der Abschluss eines Studiums vorangeht. Aufwendungen für ein Promotionsstudium und die Promotion stellen Betriebsausgaben oder Werbungskosten dar, sofern ein berufsbezogener Veranlassungszusammenhang zu bejahen ist (BFH vom 4. November 2003, VI R 96/01, BStBl II 2004, 891). Dies gilt auch, wenn das Promotionsstudium bzw. die Promotion im Einzelfall ohne vorhergehenden berufsqualifizierenden Studienabschluss durchgeführt wird.

Zu den berücksichtigungsfähigen Positionen gehören z. B.
  • Semesterbeiträge
  • Reisekosten
  • PC incl. Software
  • sonstige Arbeitsmaterialien (Kopierkarten, Papier)
  • Druckkosten

Es empfiehlt sich deshalb unbedingt, die entsprechenden Belege zu sammeln, um diese Kosten gegenüber dem Finanzamt nachweisen zu können.

Für längerfristig genutzte Gegenstände wie z.B. Computer ist zu beachten, dass diese entsprechend den Tabellen abzuschreiben sind. D. h., dass man nicht die gesamten Kosten in einem Jahr zum Abzug bringen kann, sondern dass die Kosten monatsweise über die Nutzungsdauer verteilt anzusetzen sind.

Tipp: Die Pflicht zur Abschreibung ist zwar ärgerlich, wenn es um das aktuelle Jahr geht - allerdings eröffnet sie auch die Möglichkeit, solche Arbeitsmaterialien, die man bereits in Vorjahren erworben hat, entsprechend diesen Raten aktuell noch anzusetzen.

Volltext des BFH-Urteils vom 27.05.2003, Az. VI R 33/01 bei lexetiusVolltext des Schreibens des Bundesfinanzministeriums vom 22.09.2010, Geschäftszeichen IV C 4 - S 2227/07/10002:002 auf den Internetseiten der IHK BonnMehr zum Thema Ausbildungs/Fortbildungs- und Werbungskosten im Zusammenhang mit dem Studium gibt es bei Finanztip.de.

Mehr dazu im Forum, z. B. unter

Kein Einkommen gehabt? Verlustvortrag nutzen!

Diese Berücksichtigungsformen setzen jedoch immer erst einmal voraus, dass man überhaupt ein zu versteuerndes Einkommen in mindestens gleicher Höhe hat. Sprich: Wer mit dem Existenzminimum auskommen muss, profitiert davon zunächst nicht.

In solchen Fällen sollte man an die Möglichkeit des sog. Verlustvortrages denken: D.h. auch wenn man die tatsächlich in einem Jahr gezahlten Steuern bereits mit der Einkommenssteuer unter bloßer Berücksichtigung des Arbeitnehmerpauschbetrages zurückbekommt, lohnt sich u.U. eine umfassende Steuererklärung, wenn man so geringe Einkünfte hat, dass man unter Berücksichtigung sämtlicher abzugsfähiger Ausgaben ein steuerliches Minus gemacht hat, das dann im nächsten Jahr - wenn man mehr verdient - einkommensmindernd angesetzt wird.

Steuer-Sparbuch.de, Stichwort »Promotion«
Weitere Informationen zum unbegrenzten Aufwendungsabzug bei beruflicher Veranlassung der Promotion.

Tipp:
Wenn man schon mal dabei ist, unbedingt auch prüfen, ob evtl. noch für zurückliegende Zeiten des (Erst-)Studiums Verlustfeststellungen sinnvoll sind.iww.de
Informationen zur (umstrittenen) Abzugsfähigkeit der Kosten des Erststudiums als Werbungskosten (= mit Verlustmöglichkeit)

Das Stipendium: Steuerfreie Einnahme nach § 3 S. 1 Nr. 44 EStG

Das Einkommensteuergesetz betrachtet das übliche Stipendium als steuerfreie Einnahme. Wer es genau nachlesen will, findet die Vorschrift z. B. bei dem Angebot des Bundes »Gesetze im Internet«. Wenige Gesetze sind so schnellebig wie das EStG.

Steuerfreie Einnahmen
§ 3
Steuerfrei sind
(...)
44. Stipendien, die unmittelbar aus öffentlichen Mitteln oder von zwischenstaatlichen oder überstaatlichen Einrichtungen, denen die Bundesrepublik Deutschland als Mitglied angehört, zur Förderung der Forschung oder zur Förderung der wissenschaftlichen oder künstlerischen Ausbildung oder Fortbildung gewährt werden.2Das Gleiche gilt für Stipendien, die zu den in Satz 1 bezeichneten Zwecken von einer Einrichtung, die von einer Körperschaft des öffentlichen Rechts errichtet ist oder verwaltet wird, oder von einer Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse im Sinne des § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes gegeben werden.3Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass
a) die Stipendien einen für die Erfüllung der Forschungsaufgabe oder für die Bestreitung des Lebensunterhalts und die Deckung des Ausbildungsbedarfs erforderlichen Betrag nicht übersteigen und nach den von dem Geber erlassenen Richtlinien vergeben werden,
b) der Empfänger im Zusammenhang mit dem Stipendium nicht zu einer bestimmten wissenschaftlichen oder künstlerischen Gegenleistung oder zu einer bestimmten Arbeitnehmertätigkeit verpflichtet ist;
c) (weggefallen)

Stand am 18.03.2011

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